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Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Rückenschmerzen zum Arzt. Woher die Schmerzen kommen, ist nicht klar. Um die Ursache zu finden, müsste der Arzt mehr Zeit aufwenden, als ihm von den Krankenkassen bezahlt wird. Er schlägt Ihnen vor, die Schmerzen mit einer Spritze zu lindern. Sie willigen ein. Das Vorgehen erscheint Ihnen sinnvoll und effektiv, zumal sich zunächst eine Besserung einstellt. Die Muskeln entspannen sich, die Blockade verschwindet. Doch bald tritt das Krisenphänomen wieder auf, die Schmerzen kehren zurück. Nun verschreibt der Arzt Massagen, Fangopackungen, Akkupunktur. Falls auch das nur vorübergehend nützt, landen Sie irgendwann auf dem Operationstisch und bekommen Schrauben oder künstliche Bandscheiben eingesetzt. Doch selbst dann kann es sein, dass Sie Ihre Schmerzen immer noch nicht völlig los sind. Dabei raten gerade die Krankenkassen seit Jahren dazu, Rückenproblemen mit regelmäßiger Bewegung, gezielter Gymnastik und ausgewogener Ernährung entgegenzuwirken. Vorsorgendes Verhalten ist genauso wichtig wie medizinisch-technische Innovationen und Apparatemedizin.


Bei ökologischen Krisenphänomenen ist es ganz ähnlich. Die industrielle Tierhaltung etwa belastet nicht nur Böden, Wasser und Atemluft mit Schadstoffen. Sie sorgt auch dafür, dass sich multiresistente Keime immer mehr ausbreiten. Nach Angaben des Bundesgesundheitsmi-nisteriums sterben in Deutschland jedes Jahr rund 10 000 Menschen, weil Antibiotika nicht mehr wirken. In den Massenställen der industriellen Landwirtschaft wird eine zu hohe Zahl von Nutztieren auf zu engem Raum gehalten. Damit die dauergestressten Tiere das bis zum Schlachttermin durchstehen, werden große Mengen Antibiotika eingesetzt. Das begünstigt die Bildung resistenter Keime.


Wollte man die Ursache des Problems angehen, müsste man sich von der Massentierhaltung Schritt für Schritt verabschieden und einen achtsameren Umgang mit Nutztieren und Lebensmitteln etablieren. Bisherige Lösungsversuche behandeln das Problem nur an der Oberfläche. Ökoroutine liefert Vorschläge, die das Problem an der Wurzel packen.


Es ist eine fundamentale Gemeinsamkeit der ökologischen Krisenphänomene unserer Zeit, dass wir die Probleme eher an der Oberfläche behandeln, also die Spritze setzen, statt das Problem an der Wurzel zu packen

Die Agrarwende ist ganz einfach. Bis zum Jahr 2030 werden die bestehen- den Standards schrittweise angehoben. Beim Auslauf für Legehennen gab es schon einige kleine Fortschritte. Heute haben sie doppelt so viel Auslauf wie 2003 (seit 2010 sind 800 cm2 er

Die Agrarwende ist ganz einfach. Bis zum Jahr 2030 werden die bestehen- den Standards schrittweise angehoben. Beim Auslauf für Legehennen gab es schon einige kleine Fortschritte. Heute haben sie doppelt so viel Auslauf wie 2003 (seit 2010 sind 800 cm2 erreicht). Bis zum Standard der Boden- oder gar Ökohaltung ist es also gar nicht mehr weit.