Mich würde interessieren, was unsere Wirtschaftsministerin Katharina Reiche antreibt. Was macht sie zur bedingungslosen Lobbyistin der GasWirtschaft? Ist sie wirklich davon überzeugt, dass
sei das Beste für ihre Kinder?
Nun sollen 10 Gigawatt Kapazität für die potentielle Dunkelflaute ausgeschrieben werden. Aber nicht, wie von Frau Reiche und vielen anderen politischen Entscheidungsträgern gefordert,
»technologieoffen«. Vielmehr wird festgelegt, dass diese Kapazitäten mit Gas vorgehalten werden sollen. Zugleich stehen schon heute 8 GW Biogaskapazität zur Verfügung. Die Anlagen müssten nur
umgerüstet werden. Hier zeigt sich, was mit der Floskel von der »TechnologieOffenheit« tatsächlich gemeint ist, nämlich Stillstand (Claudia Kemfert)
Am wenigsten verstehe ich die geplante Reform des »Heizgesetzes“. In der aufgeheizten Debatte geht oft unter, was sich wirtschaftlich bereits abzeichnet: Wärmepumpen sind vielerorts die
klügere Investition – und zwar nicht erst langfristig, sondern zunehmend schon heute.
Die Energiekrise hat gezeigt, wie anfällig fossile Abhängigkeiten sind. Gaspreise schwanken, geopolitische Risiken bleiben. Wer jetzt noch auf eine neue Gasheizung setzt, bindet sich an ein
System mit unsicherer Kostenentwicklung. Hinzu kommt die sogenannte „Bio-Treppe“: steigende Beimischungsquoten von Biogas werden Gas perspektivisch verteuern. Was politisch als Brücke gedacht
ist, wird ökonomisch zur Zusatzbelastung.
Wärmepumpen hingegen profitieren von wachsendem Ökostromanteil und stabileren Betriebskosten. Ihre Effizienz macht sie unabhängig von fossilen Preissprüngen. Förderprogramme mildern zudem die
hohen Anschaffungskosten. Natürlich passt nicht jedes Haus sofort – doch die Richtung ist klar: Mit jedem Jahr wird die Wärmepumpe wirtschaftlicher, während Gas an Attraktivität verliert.
Manchmal braucht es gute Gesetze, um die Menschen vor schlimmen Fehlentscheidungen zu bewahren. Wäre zum Beispiel die Rentenversicherung rein privat organisiert, wäre Altersarmut keine Bedrohung,
sondern der Normalfall.
Das Heizgesetz mag kompliziert erscheinen, aber der Trend ist eindeutig. Wer heute investiert, sollte weniger ideologisch und mehr rechnerisch entscheiden. Und die Rechnung fällt immer öfter
zugunsten der Wärmepumpe aus.